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Als ich zum ersten Mal Meister Li über Fu Qi also von Glücksenergie sprechen hörte, dachte ich „na ja Glück ist eben Glück, so wie man sagt „da hast du aber Schwein gehabt“, ein glücklicher Zufall eben, nur das er es anders nennt
Es erinnerte mich an das Glück das ich empfunden habe wenn ich verliebt war, oder wenn ich in der Schule gute Noten bekam, oder zu anderen Gelegenheiten wie z.b. eine Arbeit zu bekommen auf die ich mich beworben hatte.
Das größte Glück bisher in meinem Leben war die Geburt meines Sohnes.
Glück kam, manchmal plötzlich, und verschwand auch wieder, so wie das Gefühl glücklich zu sein meist unter den Mühen und Anstrengungen des Alltags verschwand.
Ich habe mich schon immer gefragt, wie das eigentlich geht das Gefühl des Glücklichseins zu behalten, statt es bei der nächst besten Gelegenheit wieder zu verlieren.
Irgendwie war Glück für mich auch so etwas wie die Gabe einer höheren Macht, ein Geschenk Gottes, es konnte mir genauso gut wieder genommen werden.
Wenn ich Glück hatte, wollte ich es auch behalten. Dafür habe ich mich manchmal sehr angestrengt und natürlich habe ich versucht herauszufinden nach welchen Gesetzmäßigkeiten Glück verteilt wird und was von mir erwartet wird oder was ich tun kann um es zu behalten.
Dann sprach Meister Li von Fu Qi , davon das Fu QI groß ist und für alle, das man Fu Qi aufbauen kann, das es mit dem Ursprung zu tun hat aus dem wir kommen, und das wir in unserem ursprünglichen Zustand glücklich sind.
Es gelang mir seine Worte als prima Theorie zu verstehen.
Nur das Gefühl stellte sich nicht ein.
Aber wie ich immer wieder sehen konnte schien der Meister tatsächlich glücklich zu sein, und so glaubte ich ihm einfach.
Nach wie vor glaubte ich aber auch etwas haben zu müssen um glücklich sein zu können. Die üblichen Dinge wie, Liebe, Weisheit, Erfolg, Geld usw. denn schließlich hat sie der Meister ja auch.
Also weiter üben um zu werden wie der Meister und endlich glücklich zu sein.
Die Übungen kamen recht leicht daher und machten sogar Spaß. Die Wochenenden während der Ausbildung waren sehr intensiv und ich lernte langsam Schritt für Schritt die Energie zu spüren und ihr zu folgen.
Mit jeder Übung am Wochenende oder zu Hause lernte ich auch, manche harten und unangenehmen Gedanken und Gefühle in mir kennen.
Ich durchlebte Geschichten und Gefühle der Vergangenheit, meiner eigenen Vergangenheit aber auch Geschichten die lange zurück lagen und Andere aus meiner Familie erlebt haben mussten.
Krieg und Zerstörung, Kampf, Tod, Verzweifelung, Hunger und den Verlust von Glauben und einem Sinn.
Ich entdeckte Angst, Wut, Trauer, Hass und Neid in mir, und einen unglaublich starken Willen der sich ständig und überall einmischt um seine bzw. meine Vorstellungen davon wie das Leben zu sein hat durchzusetzen.
Ich lernte allmählich, das ich so, also mit dem Willen, nicht weiterkomme und übte mich in locker lassen, aufgeben, anvertrauen. Nach und nach gab es kleine, wunderbare Momente in denen ich meine Vorstellungen vergaß, mich einfach nur dem Gefühl überließ und spürte was zu spüren war.
Die Energie fliessen zu lassen war einfacher in der Gruppe als allein zu Hause.
Auch wenn jeder in der Gruppe sein ganz eigenes Erleben hatte, war da immer ein Gefühl von großer Kraft und Intensität im gemeinsamen Üben und Schweigen.
Manchmal fühlte ich mich reich beschenkt nach einem Wochenende, voller Kraft, Mut und ein wenig glücklicher als vorher.
Vor einem Jahr etwa nahm ich meinen Mut zusammen und veränderte mein Leben auch äußerlich.
Ich gab, wie schon zuvor das Rauchen, eine weitere Abhängigkeit auf und nach der entsprechenden Trauer- und Schmerzzeit fühlte ich mich leichter, hatte mehr Energie, mehr Freude am Leben und ich entdeckte das ich in Wahrheit jetzt glücklicher war als vorher.
Dieses Gefühl „glücklicher“ zu sein war zu Anfang kaum greifbar. Irgendwie fühlte ich mich freier, mehr ich und auf anders als bisher mit anderen Menschen, meiner Umgebung und der Welt verbunden.
Fu Qi wurde allmählich zu einer Wahrheit.
Mir fiel auf das ich Glück hatte all diese Erfahrungen machen zu können, Glück einen Menschen wie Meister Li gefunden zu haben der, wenn auch vermutlich unter Aufbietung all seiner Geduld, mir immer wieder zeigte wie und wo ich weiter machen konnte, und Glück mit anderen Menschen gemeinsam etwas aufzubauen das Kraft gibt und einen Raum bietet um diese Erfahrungen, auch wenn sie ab und an verrückt erschienen, teilen zu können.
Manchmal konnte ich es sogar spüren und es fühlte sich an wie der unendlich blaue Himmel unter dem alles seinen Platz hat und nichts jemals verloren geht.
Meine alte Vorstellung von Glück verschwand allmählich.
Fu Qi aufzubauen verstehe ich seitdem als ein Abbauen von Grenzen.
Damit meine ich meine eigenen Grenzen, meine Urteile, meine Ansichten und Ängste.
Es bedeutet meine Verletzungen zu heilen und alte Kämpfe aufzugeben. Es bedeutet aber auch Andere nach Möglichkeit nicht zu stören.
Meister Li sagt Fu Qi ist sowieso in der Welt, man weiß nur nie genau wann es kommt.
Ich bemerkte schon eine Weile dass ich mich immer wieder innerlich in eine bestimmte Richtung bewegte, mich aber selbst genauso oft wieder zurückhielt dieser Bewegung zu folgen.
Mal wollte ich nicht weil ich andere Vorstellungen hatte, mal weil ich Angst hatte.
Dann wieder wollte ich unbedingt aber es schien mir noch nicht an der Zeit weil ich noch etwas erledigen musste.
Im Gegensatz zu früher wollte ich mich jedenfalls nicht mehr allein davon leiten lassen etwas unbedingt haben zu wollen.
Ich wollte die Wahrheit finden unter all den Vorstellungen die ich mir so machte.
In dieser Zeit wurde die Energie immer intensiver und als ich Meister Li darauf ansprach sagte er nur „noch warten“. Also wartete ich und übte weiter.
Es schien als müsste ich sehr aufmerksam sein. Ich ahnte es würde sich mir entziehen wenn ich zu sehr wollte oder es würde vorbei gehen wenn ich nicht die richtige Zeit erkannte.
Irgendwann war es dann ganz klar, ich ging den Schritt und die Entfaltung dieser Energie war so stark das sie u. a. eine uralte tiefe Verletzung aus mir herausgeholte, die über viele Generationen in meiner Familie zurückreichte, und ich danach eine ganze Nacht in einem Zustand verbrachte den Meister Li als Qi Gong bezeichnet, Ich war wach, ich schlief und ich träumte zugleich. Ich ging im Geist spazieren.
Ab dem nächsten morgen sprudelte es nur so aus mir heraus und ich musste einfach mein Glück teilen. Es ging nicht anders.
Viele Menschen teilten mein Glück und freuten sich mit mir, andere, wenn auch wenige, verschlossen sich dem aber und wollten nichts davon abhaben. So habe ich ein wenig mehr verstanden dass Fu Qi für alle ist und ich gleichermaßen daran teilhabe und meinen Teil dazu beitragen kann.
Tasso





